Vignetten in Rollenspielen

Ich liebe Vignetten in Rollenspielen. Besonders in Rollenspiel-Regeln.

Als Buchschmuck bezeichnet es ein ornamentales Zierstück (…), oft mit bildlicher Darstellung, auf dem Titelblatt eines Buches (Titelvignette). Auch kleinere Zeichnungen oder Bilder, die einem gedruckten Text zu Beginn oder am Ende eines Kapitels begleitend beigestellt werden, werden als Vignetten bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

Vignetten in Rollenspiel-Büchern sind eine unterschätzte Gestaltungsmöglichkeit. Sie sind klein, meistens relativ preiswert (jedenfalls preiswerter als halb- oder ganzseitige Illustrationen) und sie lockern ein Bleiwüsten-Layout auf. Mehr noch: Sie bieten visuelle Anker, “Erinnerungspunkte”, die beim schnellen Durchblättern eines Regelbuches helfen, eine bestimmte Information wiederzufinden. Sie verleihen einem Regelbuch Charakter. Man schlägt eine fast beliebige Seite auf und weiß sofort, dass man im Warhammer-FRP-Regelbuch ist, oder (cyanblaue Vignetten zum Dank) im AD&D Second Edition Players Handbook.

Hier eine Auswahl einiger besonders gelungener Vignetten, die fest den Look & Feel ihres jeweiligen Systems definiert haben:

DragonWarriors-Vignette

FightingFantasy-Vignette2

WHFRP-Vignette

WHFRP-Vignette2

Guildes-Vignette

Alive-Vignette

Camelot-Vignette

INSMV-Vignette

Und nicht zu vergessen die pseudo-keltischen Rahmen in Dragonlance

BlogKarneval300Dies ist ein Beitrag im Rahmen des Rollenspiel-Karnevals Vignetten, Lokalkolorit, Versatzstücke, der im April 2015 von Greifenklaue ausgerichtet wird. Der Rollenspiel-Karneval ist ein Thema, über das sich deutschsprachige Rollenspielblogger einen Monat lang austauschen können. Die Sammlung, Analyse und Diskussion der einzelnen Beiträge findet in dem Forum RSP-Blogs.de statt.
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Börsenverein: E-Books unterliegen der FSK-Prüfung

Wie weit sind wir noch hiervon entfernt?

Da Vinci FSK 0Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat gestern seinen Mitgliedern (und der buchlesenden Öffentlichkeit) etwas unscheinbar im Protokoll zweier Ausschusssitzungen eine Nachricht mitgeteilt, die er selbst als “leider kein verspäteter Aprilscherz” bezeichnet:

E-Books sind Telemedien und unterliegen (wie DVDs und CD-ROMs) dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Bis 2017 sollen E-Books also einer noch näher zu benennenden Freiwilligen Selbstkontrolle unterzogen werden und FSK-Einstufungen bekommen.

Da dies nur Verkäufe von Deutschland aus betrifft und Amazon bekanntlich in Luxemburg weilt, ist dies ein Schuss in den Ofen und benachteiligt mal wieder nur die heimischen Läden.

Für die deutsche Politik und Justiz ist das Internet eben doch noch Neuland.

Im zweiten Link findet sich auch die Nachricht, dass die Bundle-Besteuerung, die Ulisses dazu bewogen hat, Abstand von Bundles zu nehmen, ein “kaum zu lösendes Problem” darstellt. (Wie werden eigentlich PDF-Bundles englischer Bücher – Bits & Mortar – abgerechnet, die über deutsche Shops angeboten werden?)

Zum Thema PDF-Preise (und Preisbindung) findet sich in einer Meldung zu einer dritten Sitzung auch etwas: Die Buchpreisbindung von E-Books wird schon zum 1.1.2016 anvisiert, und der Justiziar des Börsenvereins hat Preisaktionen bei E-Books “im Blick”. Aktionen wie diese bei Prometheus gehören dann wohl auch der Vergangenheit an.

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Jim “Dresden Files” Butcher lehnte Dragonlance-Reboot ab

sturmnachtVor genau drei Monaten interviewte das Online-Magazin Ain’t It Cool News den Autor der auch in Rollenspielerkreisen enorm populären Dresden-Files-Romane (die auf Deutsch bei Feder & Schwert erscheinen).

In diesem Interview erwähnt Butcher fast beiläufig, dass WotC ihn gefragt hat, ob er die Dragonlance-Romanreihe rebooten möchte – also Krynn nicht nur mit einer weiteren weltzerstörenden Apokalypse überziehen und fortsetzen, wie TSR und WotC das selbst gut können, sondern tatsächlich in BSG/Perry-Rhodan-NEO-Manier neu starten. Butcher war wohl Feuer und Flamme für die Idee und machte sich sofort ans Werk, sah “seinen” Raistlin schon als Dr. House im Fantasy-Gewand, hatte schon Ideen, wie der Einstieg in Dragons of Autumn Twilight anders hätte verlaufen können, als er sich vergewissern wollte, dass Tracy Hickman und Margaret Weis mit im Boot seien und die Idee eines Neustarts abgesegnet hätten.

autumn twilightAls WotC herumzudrucksen begann, lehnte er ab.

Das ganze fand statt, als die D&D4 noch relativ neu war und sich noch das Gerücht hielt, WotC wollte nach und nach die alten Settings als 4e-Welten wiederveröffentlichen. In diesen Kontext hätte ein Neustart der Romanreihe durchaus gepasst.

Das Interview ist durchaus lesenwert, nicht nur wegen dieser Anekdote. Butcher spricht von seinen weiteren Romanprojekten (die Steampunk-Fantasy-Trilogie Cinder Spires, die er als “Captain Hornblower meets The League of Extraordinary Gentlemen” beschreibt), Spider-Man, Star Wars und seinen eigenen Rollenspielrunden (was er von D&D4 hält, wie er The Keep on the Borderland als “Zombie-Apokalypse” mit Pathfinder für seine Kinder geleitet hat, usw.).

Ok, die Nachricht ist schon drei Monate alt, aber ich bin in der deutschen Blogosphäre noch nicht darüber gestolpert, wie auch die amerikanische Rollenspiel-Forumszene mit Verspätung darauf aufmerksam geworden ist.
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Interview mit Coleman Charlton (I.C.E.)

Dmerp_coverer amerikanische Blogger Random Wizard hat ein einstündiges Skype-Gespräch mit Coleman Charlton geführt. Charlton war einer der Gründer des Verlages Iron Crown Enterprises, der eine Weile lang mit MERP (Middle-earth Role Playing) ein heißes Eisen im Rollenspielfeuer hatte und mit Rolemaster den (deutscher Werbeslogan) “Rolls Royce der Rollenspiele” herausbrachte.

Unter Citadel/Laurin rang MERS in den Spätachtzigern/Frühneunzigern auch in Deutschland mit AD&D um den zweiten Platz (nach DSA natürlich) der Beliebtheit.

Random Wizard hat das Gespräch transkribiert und in sechs Teilen in seinem Blog veröffentlicht:

In dem Gespräch wird behandelt: wie I.C.E. an die Tolkien-Lizenz gekommen ist (und warum TSR sie nicht haben wollte), die Gründung des Verlages, die Entstehung von Rolemaster, was Peter Jackson mit dem Ende von I.C.E. zu tun hat, die wechselhafte Geschichte der MERP-Soloabenteuer, Siedler von Catan und etliches mehr.

Ein interessanter Blick in die Vergangenheit des Hobbys.

Die Konversation ist Teil einer ganzen Serie von Gesprächen, die Random Wizard mit Personen der Rollenspielgeschichte geführt hat: “Diesel”, “Zeb” Cook, Jaquays, Skip “the Sage”, u.v.a.

Der aktuellste Beitrag in dem Blog ist ein Interview mit Phil Gallagher, der für TSR UK gearbeitet hat und  einen Blick hinter die Kulissen der europäischen Unternehmungen von TSR gewährt.

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Battlemap auf Android und im Web: Playsets

Vor einigen Tagen habe ich die virtuelle RPG-Map Playsets vorgestellt, mit der taktische Bewegungen einfach und mit intuitiver Fingersteuerung über große Entfernungen dargestellt werden können – und dabei bedauert, dass sie vorerst nur in einer iOS-Version verfügbar sein soll.

Doch nun ist Bewegung in die Sache gekommen und die Macher kündigen im neuesten Update an:

Yay!  playsets will be available for iPads, Android tablets and on the web.  At launch!

The number one question we’ve been asked during this kickstarter is, “Will this be available on Android, PC, etc?”.  It hurt us to say no, even if we thought we had a good reason.  So for the last couple weeks, we looked for a way to say yes.  We found one.

We brought playsets over to Unity.  And it is great.  With Unity, all three of us are able to develop in one place and deploy to iOS, Android and the web.  We were worried about performance, and the polish and feel of a non-native playsets.  After several days of testing it out, we’re confident that the experience is not diminished in any way; so we’ve made the switch.

This does have a time implication.  Not for launch, which will still be early next year, but for our Beta.  We’re still working out the new cross platform networking system.  It will be a couple more weeks before we’re comfortable putting all of our Beta testers on it.  So, Beta will begin iOS only, and Web and Android will join a couple weeks later.

Quelle: Kickstarter Project Update #8

Damit haben sie ihren potenziellen Nutzerkreis zwar auf einen Schlag vervielfacht, aber ob das reicht, so kurz vor Toreschluss?

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