So könnte ein Beispiel-Artikel im GRT-Fanzine aussehen

Habt vielen Dank für den bisherigen Zuspruch zu meinem Vorschlag eines Best-of-Fanzines der deutschsprachigen Blogger-Szene. Die Zahl der Interessenten hat glaube ich schon eine kritische Masse erreicht, die dem Umfang eines typischen, kleinen Fanzines entspricht.

Es gab sogar schon Meldungen freiwilliger Spender, die selbst gar nicht an der Aktion teilnehmen wollen/können, sich aber trotzdem beteiligen und entweder eine höhere Druckauflage oder als Sponsor einen oder mehrere Artikel ermöglichen möchten. Vielen, vielen Dank dafür!

Drüben im Forum läuft derweil noch die Meldephase und die Diskussion. Einige Fragen, die dort aufgetaucht sind, will ich auch hier beantworten:

Warum die Bedingung der 4 Artikel in 8 Wochen?

Die 4 Artikel in 8 Wochen sind eine aus dem Ärmel geschüttelte Größe, die zwei Funktionen erfüllen soll(te):

  1. In der ganzen Aktion geht es darum, Noch-nicht-Leser auf den Blog aufmerksam zu machen und mit einem besonders typischen oder besonders gelungenen Beitrag zu „ködern“. Wenn der Blog aber gar nicht aktiv ist, die letzten Beiträge 2 (oder noch mehr) Monate her sind, und es auch nicht so aussieht, als ob sich das ändern würde – wo ist der Gewinn für den Leser, und fast noch wichtiger: wo ist der Gewinn für den Blogger? Warum sollte sich ein Blogger, der die Lust verloren hat, die Mühe machen, einen alten Artikel rauszusuchen und ggf. auf die geforderte (noch unbekannte) Zeichenzahl zu kürzen und auch noch Geld dafür bezahlen?
  2. Die zweite Funktion ist ein Sicherheitsnetz: Für den Fall, dass sich eine nicht bewältigbare Menge an Bloggern mit einem Artikel bewirbt, brauche ich vielleicht ein einfaches und klares Ausschlusskriterium, das nicht nach „deine Nase gefällt mir nicht“ aussieht.

Ich hätte auch ein schlichtes „wer zuerst kommt…“ als Kriterium setzen können; dann wären Blogger bevorzugt, die sich schnell mitreißen lassen oder einfach zufällig früher von der Aktion hören.
Aber vielleicht ist das auch alles gar nicht nötig, weil sich am Ende „nur“ 36 Blogger melden (davon 7 mit „ich erfülle zwar die Bedingungen nicht, aber ich wäre trotzdem gerne dabei“), was locker innerhalb der bewältigbaren Masse ist – und dann sind die eben dabei.
Ich bin da pragmatisch, nicht dogmatisch.

Was ich auf keinen Fall will, ist eine Bewertung der Blogger und der Beiträge.
Es geht darum, die Bandbreite der Blogs und Inhalte aufzuzeigen, es soll ein persönliches Best of sein, keine Abstimmung.

  • „Ich bin der Meinung, das ist mein bester Artikel.“
  • „Ich bin der Meinung, von all meinen Artikeln hat dieser den größten Nutzen für den Leser/die Community.“
  • „Dieser Artikel hat mir am meisten Spaß gemacht.“
  • „Dieser Artikel hat mir die meisten Leser beschert.“

Und falls das Missverständnis aufgekommen sein sollte: Es soll natürlich keiner der letzten 4 Artikel aus 8 Wochen sein. Der Artikel kann 2 Wochen oder 4 Jahre alt sein.  Blogs, die eher kurze Artikel bringen, können zwei davon auf ihrer Doppelseite unterbringen. Blogs, die eher längere Artikel bringen (dazu gehöre ich ja auch), müssen ihre Texte kürzen, was natürlich auch in der Quellenangabe vermerkt wird.
Bei einem Blog, der üblicherweise brandaktuelle Ereignisse kommentiert, könnte ich mir sogar vorstellen, den Artikel vom Tag vor der Drucklegung anzunehmen (wenn der Blogger das wünscht, es angekündigt, ich Vertrauen in das Einhalten der Deadline habe und wir uns einig werden), damit sich der Blog pünktlich am Gratis Rollenspiel Tag mit einem wahrhaft typischen Beitrag präsentieren kann.

Aktive Blogs vs. schweigende Blogs

Auch die Mondbuchstaben hatten (beruflich bedingt) eine längere Dürreperiode zu ertragen. Ich weiß nicht, wie ich in der Phase eine solche Aktion bewertet hätte – ob ich mich dennoch um ein Mitmachen bemüht hätte. Denn natürlich sah ich mein Blog nur als momentan ruhend an, nicht eingestellt.

Wer einen solchen Blog hat und ernsthaft ein Weitermachen erwägt und einen Artikel hat, den er einbringen möchte, soll sich einfach als Interessent bei der Abstimmung beteiligen. Wie ich oben schrieb: vielleicht sind alle Begrenzungen überflüssig, weil wir sowieso nur auf 30, 35, 40 Mitmacher kommen. (Im Moment zähle ich 17.)

Ich habe keine Zeit, einen neuen Artikel zu schreiben

Darum geht es auch gar nicht – im Gegenteil. Es geht ausdrücklich um Content Cecycling.

Der Artikel soll ja Werbung für den Blog sein, so wie er ist, nicht wie man ihn in einem künstlichen, extra geschriebenen oder niemals erschienenen Idealposting sieht.

In dem Heft soll also ein typischer Artikel der teilnehmenden Blogs stehen, bevorzugt (aber keineswegs zwingend) einer der zeitlosen Beiträge, die man ggf. auch nach Jahren noch lesen kann – eine besonders gelungene Rezension, eine Abenteueridee, eine Landkarte, eine Analyse einer Branchensituation (die noch einigermaßen aktuell ist), eine (oder mehrere) Zufallstabellen, ein besonders gelungenes Actual Play, ein Rant über Missverhalten von Spielern/Spielleitern/Verlagen/Conventions.

Typisch heißt nun aber auch nicht „80% meiner Artikel sind Reviews, also muss ich aus meinen Reviews wählen“.
Ein Blog mit dem Focus auf Midgard hat vielleicht 2 Abenteuer in den letzten Jahren gebracht, und berichtet ansonsten über Neuerscheinungen zu Midgard, News, Rezensionen, Midgard-Cons. Dennoch würde ich das Abenteuer als typisch einstufen, denn es dreht sich um das Kernthema des Blogs.
Was „typisch“ ist, muss jeder Blogger selbst entscheiden.

Mehr als 2 Seiten?

Bislang tauchte die Frage nicht auf, aber ich ahne, dass sie aufkommen wird: Was, wenn jemand einen Artikel hat, der partout nicht auf 2 Seiten passt?

Ich gestehe, dass ich da ratlos bin. Eigentlich möchte ich vermeiden, dass sich Blogs mit der Brieftasche in das Heft einkaufen. Ich sehe allerdings auch Blogs mit mehr als einem aktiven Autor…

Hier herrscht noch Diskussionsbedarf. Soll ein Blog mehr als 2 Seiten bekommen dürfen?

Beispiel-Layout

So könnte der Vorschlagsbeitrag von Samstag im Fanzine aussehen:

musterartikel

Als (noch einmal minimal geändertes) PDF habe ich das hier: Download

Der Artikel hatte ursprünglich 7400 Zeichen (mit Leerzeichen). Gekürzt passten auf die Doppelseite insgesamt 7230 Zeichen, die ich in drei Blöcken arrangiert habe:

  • Überschrift 230 Zeichen
  • Artikel 6500 Zeichen
  • Quellenangabe und Vorstellung 500 Zeichen (neu geschrieben)

IGRT Logo kleinch hätte noch ca. 230 Zeichen mehr unterbringen können, aber ich wollte unbedingt das GRT-Logo abbilden. (Die Kopfzeile mit dem Blognamen und URL läuft außer Konkurrenz.)

Da dies die alten Mondbuchstaben-Schriften und -Größen sind, die ich nicht verwenden möchte, sind das erst noch sehr grobe Richtwerte! Mir kommt außerdem der Seitenabstand viel zu eng vor, ich würde da gerne noch mehr Platz haben.

Falls jemand keine Bleiwüste haben möchte, will ich gerne Artwork einbauen. Dann muss der Autor allerdings die rechtliche Seite für die Verwendung abklären – und den Platz im Artikel dafür berücksichtigen.

Wer ist also dabei?

Meinungsäußerungen bitte entweder hier oder im Forum bei RSP-Blogs.de. Dort habe ich auch eine Abstimmung eingerichtet, die bis 25. November läuft.

Im Moment bitte noch keine Artikeleinreichungen und -vorschläge, sondern lediglich eine Interessenbekundung – oder eben Ablehnung der Idee.
Zu den konkreten Artikeln kommen wir in einem möglichen zweiten Schritt.

Dies ist ein Beitrag des Rollenspiel-Karnevals „Fanzines“, der im November 2015 begangen wird. Teilnehmende Blogs werden in dem Eröffnungsbeitrag auf RSP-Blogs.de gelistet.

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4 Antworten zu So könnte ein Beispiel-Artikel im GRT-Fanzine aussehen

  1. Klaus schreibt:

    Für die teilnehmenden Blogs vielleicht erwähnenswert: Der Vorschlagsbeitrag zählt 7230 Zeichen *mit* Leerzeichen, ohne währen es etwa 1000 weniger. Ich werde den Artikel, der mir vorschwebt, auf jeden Fall kürzen müssen – da machen 1000 Zeichen je nach Zählweise einen Unterschied.

  2. Mondbuchstaben schreibt:

    Das ist ein guter Hinweis. In schreibenden Zirkeln kenne ich niemanden, der nicht die Leerzeichen mitzählt (sie nehmen in Druckwerken halt Platz weg, und wenn ein Verlag die Seitenzahl eines Buches/Artikels abschätzen muss, muss er sie mitzählen), aber wer damit weniger zu tun hat, könnte verwirrt sein, dass Office-Software einem zwei Zählweisen abbietet.

  3. Ich bin immer noch dabei :-D
    und das ist eine wirklich coole Idee!!!

  4. Pingback: Titelmeldung “Best-of”-Fanzine zum GRT | MONDBUCHSTABEN

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