Media Monday #228 – RPG Edition

Das Medienjournal ruft jeden Montag dazu auf, einen Lückentext zu füllen. Da dies ein Rollenspielblog ist, werde ich den Antworten auf das Medium Spiel beziehen, soweit dies möglich ist.

1. Eine der erschreckendsten Zukunfts-Dystopien ist für mich immer noch Cyberpunk. Der literarische Cyberpunk wird sich so zwar sicher nicht ereignen, aber die Tendenzen zeichnen sich heute schon in der Realität ab: Konzerne, die sich über Gesetze hinwegsetzen oder sie gleich selbst machen (was sich allein in dem kleinen Bereich des Urheber- und Patentrechtes abspielt, wird noch große Auswirkungen auf unser aller Leben haben).

Und ich befürchte, es wird keine heldenhaften Punks geben…

2. Eine Seifenoper (z.B. Dallas) gibt immer wieder ungemein charismatische Bösewichter ab, die man als Inspiration für das Rollenspiel verwenden kann.

3. Bei Earthdawn hatte ich wohl eine völlig falsche Erwartungshaltung, denn statt einem radikalen Neuzugang ins Fantasy-Genre war es bloß ein verkapptes D&D mit anderen Mitteln. So sehr, wie FASA darin die Standards von D&D nachgeäfft hat (Attribute von 3-18, alle Polyhedrals, rigide Charakterklassen, Spruchmemorisierung, Dungeons Kaer), um dann doch alles anders zu machen, fühlte ich mich als D&Dler veräppelt.

Gefreut hatte ich mich zunächst auf ein Fantasy-Shadowrun, aber dass es das nicht werden würde, war ziemlich schnell klar. Dann erwartete ich zumindest ein Fantasy-Rollenspiel, das sich wie ein FASA-Game anfühlte und das Fantasy-Genre um etwas bereicherte, das regeltechnisch oder inhaltlich erkennbar von dem Verlag kam, der Battletech, Mechwarrior, Shadowrun (und früher sogar Star Trek) im Programm hatte.

Laubenstein war das einzige Bindeglied, und alles andere war … gequält neu und gleichzeitig in Richtung D&D geschielt.

4. Ist ja toll, was technisch heutzutage alles möglich ist, aber Print-on-Demand von typischen Modulen (Hefte, deren Inhalt lose in den 6-seitigen Umschlag eingelegt werden, der als SL-Schirm verwendet werden kann) haben sie immer noch nicht möglich gemacht! Dabei ist Drivethru doch im RPG-Business und kennt die üblichen Darreichungsformen von RPG-Produkten. Nicht mal Boxen können sie.

5. Wäre doch klasse, wenn Blogs auch mal spielbares Material brächten, statt dauernd diese Metathemen. (Ich weiß, Glashaus, Steine…)

6. Die Kurzgeschichtensammlung To Hold The Bridge von Garth Nix war als simple Urlaubslektüre o.ä. gedacht, doch im letzten Urlaub (Sommer) bis ich so viel herumgewandert, dass ich gar nicht zum Lesen gekommen bin. Ich habe bis heute nur 2 der Storys gelesen… aber die waren, wie ich mich erinnere, exzellent.

7. Zuletzt habe ich eine Handvoll japanischer Light Novels bekommen (in englischer Übersetzung natürlich) und das war interessant, weil es sich um Fantasy-Romane handelt, die alle a) auf Animeserien basieren und b) in Computer-RPGs angesiedelt sind.

Was mit .hack// anfing, ist längst ein eigenes Sub-Genre geworden!

Lehren aus dieser Episode des Media Monday?

Die Erinnerung an Garth Nix bringt mich auch darauf, dass ich beim Lesen wieder mal meine Meinung bestätigt fand, dass die Kurzgeschichte das ideale Medium für das Genre Fantasy ist, viel besser und knackiger als diese Backsteine und fünfteiligen Trilogien und Endlosserien.

Ganz im Gegensatz zum Rollenspiel! Da finde ich den One-Shot wenig ergiebig und der Kampagne bei weitem unterlegen.

 

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Eine Antwort zu Media Monday #228 – RPG Edition

  1. Greifenklaue schreibt:

    Einerseits geb ich Dir mit mehr Fanmaterial recht, andererseits ernüchtern mich die Antworten der Blog-O-Quest auch etwas, was die Häufigkeit der Verwendung von Fanmaterial angeht.

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