Mondbuchstaben 1985

Vor über 3 Jahren hat es in der englischen Blog-Szene ein Mem gegeben, von dem ich gar nicht so richtig weiß, ob es hier angekommen ist: Your Blog Is Your Eighties Fanzine.

Die Idee der Aktion war:

  • Blogger sollten ein Cover gestalten, wie ihr Blog in den 80ern als Fanzine ausgesehen hätte.
  • Sie sollten die Titel der letzten 5 Beiträge ihres Blogs (Stand 16. April 2012) als fiktive Heftthemen heranziehen.

      

Die Idee stammt von dem englischen Old-School-Blog Fighting Fantasist, und sie musste wahrscheinlich von dort kommen: Meiner Wahrnehmung nach waren Fanzines in GB stärker verbreitet als in den USA. Der Kleinanzeigenteil des White Dwarf listete jedenfalls weit mehr Fanzines als ich während des ganzen Runs des Dragon gesehen habe – wenn ich es recht erinnere, kenne ich aus den USA eigentlich nur das Endlos-APAzine Alarums & Excursions (von dem ich leider nie auch nur eine Ausgabe sah). Viele Magazine, die durchaus Fanzine-artiges Aussehen hatten, waren eigentlich Hausmagazine von Publishern (Tales of the Reaching Moon, Starry Wisdom, Adventurers Club, Journal of the Traveller Aid Society) oder wurden nach einem Fanzine-Start schnell professionell (The Dragon, White Wolf Magazine, Space Gamer). In den 90ern kamen dann etwas aufwendigere Fanzines wie Familiar oder Shadis.

Mondbuchstaben 1985Die klassischen „Digest-sized“ Fanzines kenne ich eher aus England – und aus der aktuellen OSR, die eine wahre Flut von Fanzines geboren hat*.

Ich schweife ab…

Gleich nach dem Fighting-Fantasist-Aufruf habe ich mit der Gestaltung eines Dummys angefangen. Bis das Cover endlich fertig war, war die Parade leider längst weitergezogen und es hatte keinen Wert mehr.

Aber dieser November liefert mir eine willkommene Gelegenheit, den Entwurf von damals zu überarbeiten. Hätte ich die Mondbuchstaben im Jahr 1985 als Fanzine gemacht, hätten sie vielleicht so ausgesehen:

Mondbuchstaben 1985 HefteDas Artwork stammt von Keith Talanay aus dem Lüdinn-„Quellenbuch“, das passenderweise ebenfalls sehr fanzineartig daherkam.

* Ist dieses A5-Format eigentlich auch so eine schöngefärbte kollektive Fehlerinnerung der Old-School-Szene, die in Retro-Produkten zur Wahrheit verklärt wird, so wie Megadungeons und Sandboxen? Ich persönlich verbinde tatsächlich dieses Format mit der Fanzine-Idee und war bass erstaunt, als ich für mein Foto im Startbeitrag fast nur A4-Hefte hervorkramen konnte…

Dies ist ein Beitrag des Rollenspiel-Karnevals „Fanzines“, der im November 2015 begangen wird. Teilnehmende Blogs werden in dem Eröffnungsbeitrag auf RSP-Blogs.de gelistet.

Dieser Beitrag wurde unter Community, Gedankenspiel, Karneval, Rückblick veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Mondbuchstaben 1985

  1. greifenklaue schreibt:

    So, ich hab vorhin Fanzines bei meinen Eltern eingepackt. Das war etwa ausgeglichen A4 zu A5. Ein paar bekanntere A5-Namen: DLH (fing so an), Trodox (letzte Ausgaben dann A4), Elfenwolf, Der Falke, Mirakel, Nordländer, Störtebeckers Logbuch, Der Beilunker Reiter (in den frühen Ausgaben), Daimonions Sammelsurium, Isengards Palantir.

  2. greifenklaue schreibt:

    Achso, die Aktion ist natürlich cool, aber eigentlich gab es die Mondbuchstaen doch als Papierfanzine, nur einige Jahre später!?

  3. Hallo.
    Du hast mich jetzt mit deinem Beitrag so inspiriert, dass ich selbst ein 1985er Cover erstellen musste: http://nerds-gegen-stephan.de/index.php/archives/157-Karneval-der-Rollenspielblogs-1115-Fanzines-1985.html
    Danke für deinen Beitrag!

  4. Mondbuchstaben schreibt:

    @Greifenklaue: Das erklärt es vielleicht. Von diesen Zines habe ich viele selbst nicht besessen, da sie keinen Ladenvertrieb hatten – anders als viele A4-Zines. Aber ich muss sie wohl anderswo gesehen haben, bei anderen Spielern oder auf Conventions.
    Irgendwo muss die Idee ja hergekommen sein, die Print-Mondbuchstaben in genau diesem Format zu machen.

    @Philipp: Großartig. Mach dir über die Schriftauthentizität keine Gedanken – 1985 konnte man Courier auch nicht fetten (wie ich das auf meinem Fake-Cover gemacht habe)… Comic-artige Schriften gab es damals schon von Letraset (z.B. die One Stroke – oder eine sehr, sehr ähnliche, mit der ich arbeitete).

  5. Pingback: Media Monday #228 | Greifenklaue's Blog

  6. Pingback: “Best-of”-Fanzine der Blogosphäre zum GRT | MONDBUCHSTABEN

  7. carstenschmitt schreibt:

    Das war teils auch ganz klar eine Kostenfrage. A5 war etwas günstiger und außerdem erhöhte sich die Qualität des Drucks und von Zeichnungen etwas durch Verkleinern am Photokopierer. Das war zumindest bei uns (d.g. GRIMOIRE – Fanzine für Phantastisches) so. Die „Druckvorlage“ war A4, das Heft A5.
    Wer faul war und einfach am Rand getackert hat, konnte in A4 natürlich etwas einfacher produzieren. ;-)

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