Media Monday #227 – Fanzine Edition

Das Medienjournal ruft jeden Montag dazu auf, einen Lückentext zu füllen. Da dies ein Rollenspielblog ist, werde ich den Antworten auf das Medium Spiel beziehen, soweit dies möglich ist.

Spielwelt_21-Cover1. Die Fantasywelt (selbst als sie noch ein Fanzine war) bräuchte ich persönlich mir jetzt nicht noch mal ansehen, aber die frühe Spielwelt ist immer noch einen Blick wert.
Manche der Magazinabenteuer waren so gut, dass VF&SF sie später in Sammelbänden nachgedruckt hat, darunter auch die exzellente Zwergenbinge von Tumunzahar.

2. Der Hype um das Internet als würdiger Ersatz für Fanzines erschließt sich mir nicht. Mir fehlt das Haptische, das Handgemachte. Am meisten fehlt mir allerdings das „Zeitkapselige“, das Print-Zines haben. Das Netz wandelt sich zu sehr, Blogs ändern ihr Template und entsprechen immer dem aktuellen Zeitgeist, Webseiten verschwinden ganz.

Wobei ich gestehe, dass die Verlagerung der Diskussionen von Druckseiten (die bisweilen auch schon „Forum“ hießen, wie im TSR-Dragon) in Internet-Foren ein Gewinn war – über Monate hinweg Streitgespräche über „Gewalt im Rollenspiel“ zu verfolgen, war schon sehr mühselig.

3. In Sachen heutige Fanzines hinke ich ja dermaßen hinterher, ich kenne nicht einmal die aktuell aktiven Print-Zines – ganz zu schweigen von dem, was sich im Netz abspielt. Daher bin ich gespannt, was ich jetzt im November alles entdecken werde.

4. Ich spielte gefühlt ja nur noch in billigsten Produktionen mit, die von Fans für Fans in Fan-Auflagen als PoD erscheinen. Wenn ich mir so ansehe, welche Spiele mich in den letzten Monaten (oder gar Jahren) am meisten beschäftigt haben, war darunter selten ein großes kommerzielles Spiel.

Mit D&D5 war zwar die zweifellos bedeutsamste Neuerscheinung des Jahrzehnts dabei, aber es hat mir ganz ehrlich nicht mehr gegeben als die kleineren Systeme aus dem Fandom.

di6dent_1_cover5. Für das französische di6dent konnte ich mich sofort begeistern, denn dieses „Fanzine“ sprengt die Grenzen dessen, was man noch so nennen darf. Eigentlich ist es ein Non-Profit-Magazin (von Fans für Fans), das sich gestalterisch die französischen Computerspiel-Magazine („Mook“ = Magazine + Book) als Vorbild genommen hat. Dabei war es so trendweisend, dass die aktuelle Wiedergeburt des Casus Belli ebenfalls in diesem Format erscheint.

6. Der Horroctober und Halloween sind gelaufen, Weihnachten lässt noch auf sich warten. Für den November erwäge ich aus gegebenem Anlass tatsächlich noch einmal eine Sonderausgabe der Print-Mondbuchstaben…

7. Zuletzt habe ich mich für meinen Startbeitrag für den Rollenspiel-Karneval November durch meine Fanzine-Sammlung gewühlt und das war viel zeitraubender als geplant, weil ich mich zu einer Zeitreise in die Inhalte der Hefte verführen ließ.

Lehren aus dieser Episode des Media Monday?

Von modernen Fanzines weiß ich eigentlich gar nichts. Wenn ich mir allerdings den di6dent ansehe, schwant mir, dass moderne Fanzines, wenn es sie denn in größerem Stil gäbe, von professionellen Magazinen kaum mehr zu unterscheiden wären. Mit dem Internet haben sich halt auch die Möglichkeiten der Druckvorbereitung (u.ä.) gewandelt.
Man muss nicht mehr von Hand kleben und in den Copyshop um die Ecke gehen…

Dies ist ein Beitrag des Rollenspiel-Karnevals „Fanzines“, der im November 2015 begangen wird. Teilnehmende Blogs werden in dem Eröffnungsbeitrag auf RSP-Blogs.de gelistet.

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3 Antworten zu Media Monday #227 – Fanzine Edition

  1. greifenklaue schreibt:

    @Moderne Fanzines: Einige nutzen es aber auch, richtig oldschooliges zu machen, gerade was für DCC so rumläuft oder Rest-OSR. Das sieht aus wie 1980 und enthält pft soviel kreatives Potential, dass man das gar nicht in einem Verlag drucken kann, da da zwanzig Jahre Spielspaß drinstecken …

  2. Mondbuchstaben schreibt:

    Sorry, den Kommentar habe ich eben erst gesehen, den hatte WordPress als Spam aussortiert.

    Ja, die Flut der OSR-Zines habe ich in meinem Blog-Zine-Beitrag kurz erwähnt. Da brennt wirklich die Luft.

  3. Pingback: “Best-of”-Fanzine der Blogosphäre zum GRT | MONDBUCHSTABEN

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