Am Anfang war das Rollenspiel – RPG Blog-O-Quest Oktober 2015

Bevor der Oktober endet, noch schnell eine Frage- und Antwort-Runde…

1. Wie kamst Du zum Rollenspiel? Bevor ich Rollenspiele kannte, war ich Brettspiel-Fan: Risiko, Diplomacy, Focus, Cluedo, Reinhold Wittigs Das Spiel, die Pelikan-Buchbox-Spiele, Kensington, Schach, Go…
Als solcher war ich Leser der ersten Stunde des Magazins Spielbox.

Vor Erscheinen von D&D in Deutschland hatte ich mit Stirnrunzeln die Berichterstattung in der SpielBox verfolgt, die das Kommen dieser merkwürdigen neuen Spielegattung in kleinen Meldungen ankündigte – allerdings ohne sich je detailliert dem Thema zu widmen. (Die Brettspieler reagierten auf die Spielidee ähnlich verhalten wie die beinharten Wargamer in den USA fast ein Jahrzehnt zuvor…)

Spielbox Leserbriefe

Als Brettspieler, der ich damals war, befürchtete ich, dass ich mir wohl schon aus Recherchegründen das Spiel würde kaufen „müssen“, weil ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte, wie man ohne Brett und Figuren ein planvolles, relevantes Spielerlebnis haben sollte, es mich aber brennend interessierte, warum diese Idee ein solcher Geheimtipp sein sollte.

Rollenspiele Spielbox

Fast hätte ein unsäglich peinlicher, langer Radiobeitrag auf NDR2 (ein Interview samt Mitschnitt einer „ihr-seid-in-einer-Höhle-und-da-kommen-Zombies“-Session in der Sendung Der Club) die schon gefallene Kaufentscheidung gekippt, aber als ich dann in einem Comicladen das leuchtende Elmore-Cover sah, kam ich doch nicht umhin.

Ich habe bis zuletzt bezweifelt, dass ich „sowas Lächerliches“ jemals spielen würde. Noch am gleichen Abend habe ich Heft 1 gelesen, und schon in der Mitte des Heftes war mir klar, dass das wirklich eine revolutionäre Spielidee war, wie sie nur einmal in einem Menschenleben erfunden werden kann.
(Dass dann keine 10 Jahre später Magic the Gathering erscheinen sollte und die Spielebranche mindestens ebenso hart erschütterte, war nicht vorherzusehen…)

Es folgten zwei Versuche, das Spiel im Familienkreis zu spielen, was nicht von Erfolg gekrönt war. Glücklicherweise gab es bis dahin auch schon das Magazin Drache auf Deutsch, in deren letzten Seiten eine Liste der offiziellen D&D-Clubs war. Einer war nicht weit entfernt – in der Nähe meiner alten Grundschule – und einen Anruf später hatte ich eine Einladung zum nächsten Spieltermin. (Mit der Runde sollte ich dann viele Jahre lang Dragonlance spielen.)

D&D-Clubs

2. Wie alt warst Du beim Erstkontakt? Das kommt drauf an, was man rückblickend als Erstkontakt bezeichnet:

  • Ravensburgers Insel der 1000 Gefahren (oder war es das Meer?) war eigentlich die erste Begegnung mit dem, was man später als Soloabenteuer den Rollenspielen zuordnen sollte; da müsste ich irgendwas zwischen 9 und 12 gewesen sein (in den Siebzigern, ich kann nicht herausfinden, wann die erste Übersetzung erschien)
  • Oder bewusster Hexenmeister vom Flammenden Berg, da war ich etwa 16.
  • Oder der Kauf und das erste Gruppenspiel von D&D: 17.
  • Aber wann ich das erste Mal von Rollenspielen als Spielegattung gehört habe, war mit 15 in den News und Artikeln der Spielbox.

Schwerter & Dämonen News Spielbox

3. Mein Lieblingssystem ist seltsamerweise Warhammer FRP (wo ich doch eigentlich eine Abneigung gegen Prozentsysteme habe…) und Dragon Warriors, weil „das Flair, die Ideen, die Illustrationen [mir] wie ein Kompass [waren], der mir viele Jahre lang und über mehrere Systeme und Kampagnen hinweg den Weg gewiesen hat“. (Das ist ein Zitat aus der ausführlichen Antwort zu derselben Frage vom August diesen Jahres.)

Linrandir_TonyDiTerlizzi4. Mein Lieblingscharakter ist ein (Halb?)-Elfen-Barde namens Linrandir, weil dieser Kampf- und pseudo-magische Fähigkeiten vereint.

Linrandir habe ich niemals gespielt. Er ist ein Standard-Test-Charakter, den ich verwende, um die Charaktererschaffung von neuen Systemen auszuprobieren. Die Mischung aus Kampf und Magie macht ihn zu einem idealen Testkandidaten, weil ich damit ausprobieren kann, ob das System solche Charaktere ermöglicht. (Wenn das System es nicht kann, oder keine Halbelfen vorsieht, dann wird er meist ein Elfen-Dieb mit sozialen/musikalischen Talenten.)

5. Ich bin kein Rollenspieler, denn ich bin lieber Spielleiter.

RPG-Blog-O-Quest ist ein monatlicher Lückentext-Fragebogen von Würfelheld und Greifenklaue.
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