#RPGaDAY2015 – Frage 28 – BESM

28. August: Lieblings-Spiel, das du nicht mehr spielst?

Als ich den #RPGaDAY-Fragenkatalog vor Wochen sondierte, sind mir spontan drei Spiele eingefallen, die ich hier als Antwort nennen wollte. Nach reiflicher Überlegung passen zwei davon jedoch nicht.

Die achtundzwanzigste Frage lautet: Favourite game you no longer play?

Midgard_EinsteigerDa wäre zunächst Midgard, wie schon am Tag 15 erwähnt. Midgard war definitiv mein Lieblingssystem in jener Zeit. Und eigentlich hatte ich mit Midgard auch schon abgeschlossen. Falls ich jemals zu dem Spiel zurückkehren würde, so habe ich immer gedacht, wäre es entweder Midgard I (das sich stark von dem späteren unterscheidet, und das ich wohl in zwei Runden gespielt, aber nie geleitet habe) – oder Abenteuer in Magira (das ich später als schlanker und „besser“ empfunden habe – die Midgard-Macher mögen mir verzeihen).
Aber dann bin ich im letzten Jahr doch „rückfällig“ geworden und habe tatsächlich noch einmal eine Runde Midgard geleitet, einfach aus Gründen der Vertrautheit und Bequemlichkeit. Ausschließen kann ich es also auch für die Zukunft nicht, denn außerdem jetzt gibt es die 5. Edition, die manches wieder gerichtet hat, was mich einst den Rücken hat kehren lassen.

WFRP_CoverDann war da noch Warhammer FRP, wie schon am Tag 17 erwähnt: „WHFRP ist für mich bis heute ein heiliger Gral des Rollenspiel- (und Buch-) Designs, auch wenn ich es in der Form nie spielen mochte.“ Warhammer (First Edition, bitte!) ist damit so etwas wie mein latentes Langzeitlieblingssystem; und das, obwohl es ein w%-System ist. Für gewöhnlich neige ich dazu, ein Regelbuch erstmal wieder zuzuschlagen, wenn ich Prozenzwerte sehe – auch, weil diese Art System üblicherweise eine endlose Liste an Skills auf dem Charakterblatt hat, und ich das einfach nicht mehr will. RQ hat mich davon auf ewig kuriert. Aber WHFRP macht die Dinge wohltuend anders als die BRP-Familie, RoleMaster und andere w100-Spiele.
Und weil das so ist, kann ich auch hier nicht ausschließen … – nein, bin ich mir sogar einigermaßen sicher, dass ich es irgendwann noch einmal für etwas verwende, auch wenn es garantiert nicht „as written“ sein wird.

 

Dann bleibt nur noch das dritte Spiel:

Ich war einmal ein riesiger BESM-Fan, aber das werde ich garantiert nie wieder spielen.

BESM_2Es gibt nicht viele Regelbücher, die ich gerne und mit Spannung gelesen habe, aber Big Eyes Small Mouth Second Edition gehörte dazu. Auch heute noch bin ich der Meinung, dass das Regelbuch eine erstklassige Lektüre ist. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Ideen beim Lesen damals auf mich einstürmten!

An dem Spiel habe ich besonders geliebt, dass es ein in fast jeder Hinsicht „kleineres GURPS“ war (kein Wunder, stammt BESM 2 doch aus der Feder von GURPS-Veteran David Pulver).
Das war lange Jahre mein Credo:

In der Praxis zeigten sich dann leider immer wieder kleine Tücken, die relativ harmlos waren, mir das System in der Summe aber verleideten.
Erstaunlicherweise konnte ich akzeptieren, dass die Kampfwerte aus dem Mittelwert aller drei Attribute Stats* (Body, Mind, Soul) gebildet wurden – also nichts mit dem aus anderen Systemen gewohnten „der stärkere Charakter ist besser im Kampf“. Die eigentlichen Unterschiede in den Kompetenzen wurden durch Skills und Feats Attribute* herausgearbeitet. Die Idee, dass alle Erweiterungen der Charaktere, ihre Besitztümer wie Magic Items, Fahrzeuge, Vertraute usw. aus den gleichen Regelbausteinen zusammengesetzt wurden wie die Charaktere, war schon klasse! Für die Spieler war das großartig, weil es ihnen einen reich gefüllten Werkzeugkoffer gab.
Aber das gleiche Punktekaufsystem fand auch Anwendung, um alle Gegner und Kreaturen zusammenzubauen. Damit waren die Wesen zwar alle sauber hergeleitet, aber für den SL war das ein unnötiger Arbeitsaufwand. Musste ein Vogelmensch die Einschränkung „no arms“ haben? Musste ein Goblin den Nachteil „diminutive“ haben? Damit ich am Ende den Gesamtpunktewert einer Kreatur weiß, der im Spiel aber gar nichts bedeutet?
Ja, BESM benötigte weniger „Paperwork“ als GURPS, aber leider immer noch zu viel davon!

Lesen werde ich das Buch bestimmt immer mal wieder gerne, und auch gerne als Inspiration verwenden. Aber als Spielleiter möchte ich mich damit nicht mehr belasten …

* und erst die unsinnig kreative Neubenennung etablierter Begriffe …

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Antworten zu #RPGaDAY2015 – Frage 28 – BESM

  1. Pingback: #RPGaDAY2015 Tag 28 – Lieblingsspiel, welches jedoch nicht mehr gespielt wird? | Greifenklaue's Blog

  2. Chris Beier schreibt:

    Ich empfehle die 1st Edition. Alle Vorteile der 2nd, aber ohne ausufernden Punktebaukasten.

    Außerdem sind die besten Quellenbücher (u.a. das ausgezeichnete „Centauri Knights“ und das zum schreien komische „Cute and Fuzzy Seizure Monsters“) für diese Edition (OK, es gibt auch sehr gute Quellenbücher für Tri-Stat, aber das ist nochmal eine andere Hausnummer).

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