#RPGaDAY2015 – Frage 18 – Traveller / Star Wars d6

18. August: Lieblings-Science-Fiction-Rollenspiel?

Science Fiction ist ein verdammt weites Feld – und viel Setting-abhängiger als Fantasy. Und SF habe ich weit seltener gespielt als Fantasy, was es nicht leichter macht. Aber nach meiner Definition von „Lieblingsspiel“ (siehe gestern) habe ich zwei SF-Games, von denen ich nicht lassen kann.

Die achtzehnte Frage lautet: Favourite SF RPG?

QuikLink Traveller ReprintTraveller, 3 LBBs. Die besitze ich gar nicht als Original-LBBs, ich habe einen Nachdruck in einem Band, den QuikLink Interactive 2001 herausgebracht hat. Ich schätze sehr, dass an dem System so ziemlich alles anders ist als an D&D. Keine Polyhedrons, keine Klassen (dafür ein abstraktes Life-Path-System, dessen Ereignisse man selbst mit Leben füllt), keine Stufen (überhaupt: keine Erfahrung!), ungleiche Charaktere (1 Term vs. 4 Terms – kein Problem!). Was mich ein wenig stört, ist die Konzentration auf militärische Karrieren (obwohl das ja in Supplements behoben wurde).
Dafür könnte man mit Traveller ohne große Probleme eine typische Star-Trek-Crew bauen können, wenn die Dienstlaufbahnen und Fertigkeiten etwas angepasst werden. Einzig die Warp-Technologie ist mit den Sprungrouten und Treibstofftanks nicht abbildbar … da müsste man noch Gehirnschmalz investieren.

Star Wars, in der ersten d6-Inkarnation, wobei ich hier ausdrücklich das Regelwerk meine. Star Wars ist eines jener Settings, die ich nicht spielen kann, aus dem gleichen Grund, aus dem auch Aventurien und Forgotten Realms nicht spielen kann. Aber als generisches Space Opera / Space Fantasy Game? In der Zwischenzeit hat das d6-System eine generische „Bare Bones“-Variante erhalten, Mini Six, bei der ich den Fluff-Ballast nicht mehr schleppen muss – meine heute gebräuchliche Variante.

Ich muss hier beide Systeme nennen, denn ich habe sie miteinander vermengt. Denn so fasziniert ich von Traveller war, es gab eine Zeit, in der ich das d6-System für Action-SF vorzog – dafür aber in einem eigenen Setting, das vor Travellerismen nur so strotzte (Subsektoren, Sprungrouten, Age-of-Sail-artige Verbreitung von WImperium_Logoaren und Nachrichten und die damit verbundene Zersplitterung von Verwaltungsstrukturen).

Ich weiß nicht, ob ich heute das Original-Traveller (oder einen Traveller-artigen Kosmos) noch einmal spielen würde. Ich habe ein anderes System entdeckt, das – ohne Traveller ausdrücklich als Vorbild zu nehmen – eine Art Microlite Traveller geworden ist:

Rogue Space – The Dark Frontier ist 2011 als Experiment entstanden – als ein System, das auf eine Pocketmod-Seite passt. Mit der Zeit kamen immer weitere thematische Pocketmods dazu, bis der Autor C.R. Brandon es doch in einem traditionellen Buch gebündelt hat.
Ich mag es, weil es offener als Traveller ist und fantastisch einfache Raumschiff-Konstruktionsregeln verwendet.
Aber ich habe es noch nie gespielt, weshalb ich es nur erwähne, und nicht auf den Sockel stelle.

Aber wenn wir heute schon bei Science Fiction sind …

… ich habe oben nicht von ungefähr Star Trek erwähnt. C.R. Brandon hat nämlich vor einigen Jahren auch schon ein Star Trek RPG herausgebracht: Far Trek verwendet die Regeln von M20 (ersetzt den w20 allerdings durch 3w6). Jetzt im August hat er die Version 2.0 des Systems fertiggestellt.

FarTrek_CoverUnd vermutlich morgen wird es dieses Spiel bei Lulu als Printversion geben! Brandon macht ein Geheimnis aus dem Termin, aber er hat einen Hinweis gegeben, der auf Gene Roddenberrys morgigen Geburtstag schließen lässt.
Warum ist das wichtig? Weil dieses Spiel nur für einen Zeitraum von weniger als 24 Stunden als Buch bestellbar sein wird!
(Ich vermute, dass Brandon sich nicht den Zorn von Paramount zuziehen möchte, aber seinen Fans trotzdem die Gelegenheit geben möchte, eine Buchfassung zu erhalten. Das Buch ist deshalb auch ohne Profitabsicht zum reinen Druckpreis zu haben!)

Nachtrag:

Der Kauf-Link ist heute schon online gegangen! Das bedeutet, die 24-Stunden-Frist wird in Roddenberrys Geburtstag hinein“feiern“, aber bestimmt nicht den ganzen Mittwoch gelten. Also: jetzt oder nie!

lulu

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9 Antworten zu #RPGaDAY2015 – Frage 18 – Traveller / Star Wars d6

  1. Mondbuchstaben schreibt:

    Was hier auslasse, ist 2300 AD. Das Spiel habe ich einmal sehr verehrt und damals – wenn ich mich recht erinnere – als Traveller überlegen bewertet – sowohl die Regeln als auch die Details des Settings (die Nationen-Arme der Ausbreitung der Menschheit, die Käfer mit ihrem bizarren Metabolismus, überhaupt die Aliens, die wirklich fremdartig waren).
    Aber es war eines dieser Spiele, die man mit diesem Setting spielt, oder gar nicht. Und dieses Setting kommt erst in einer Kampagne zur Geltung (allein das Mysterium der Käfer).

    Aber für eine weitere fortlaufende SF-Kampagne habe ich damals keine Zeit gehabt (neben Dragonlance und Fenriswolf und Gorgolac und Die Türme von Lothian und mein namenloses AD&D-Gastspiel auf Caedwyn – ich habe früher fast immer zwei Fantasy-Kampagnen parallel geleitet).

  2. Pingback: #RPGaDAY2015 Tag 18 – Deine Lieblings-SciFi-RPG? | Greifenklaue's Blog

  3. greifenklaue schreibt:

    Der Hinweis auf Far Trek ist interessant, M20 mag ich und davon ne Star Trek-artige Version, warum nicht.

    Mit SW d6 konnte ich vor 20 Jahren wenig anfangen (und finde aktuell das SW von FFG sehr gelungen), mit Traveller werde ich demnächst Erfahrungen sammeln und zwar im Kommentar erwähnten 2300 AD-Setting. Bin gespannt.

  4. Argamae schreibt:

    Ich mag eigentlich nur Star Trek von FASA, alle anderen haben mich kalt gelassen. Ausnahme: Prime Directive, da gefällt mir der „spin“, der dem ST-Hintergrund verpasst wurde (ist deutlich politischer, düsterer und militärischer). Traveller als Antwort kann ich aber nur unterschreiben, auch wenn es bei mir ein anderes knapp davor geschafft hat.
    Wieso genau kannst Du jetzt SW, Aventurien oder FR nicht bespielen?

  5. greifenklaue schreibt:

    Uhh, das Porto tut ja echt weh bei Far Trek …

  6. Mondbuchstaben schreibt:

    Ja, das kommt, weil der Autor ein Digest-Format gewählt hat, das die europäischen Lulu-Druckereien nicht drucken können; deshalb muss es in den USA gedruckt werden und leidet unter dem dortigen obszönen Übersee-Porto.
    Man kann es dennoch verschmerzen, weil der Autor auf seine übliche Gewinnspanne verzichtet – die schmeißen wir Europäer eben den Logistikern in den Rachen…

  7. Mondbuchstaben schreibt:

    Wieso genau kannst Du jetzt SW, Aventurien oder FR nicht bespielen?

    Weil diese extrem definierten Settings nicht mag. Sie befruchten nicht meine Kreativität, sie sperren mich ein.

    Nun ist ja jeder SL seines eigenen Settings Schmied und ich könnte alles ignorieren, was mir nicht passt – wie ich es ja bei Dragonlance gemacht habe. Bei DL klappte das aber nur, weil ich die Kampagne begann, als es nur die ersren beiden Module gab und ich sie exakt so wie alle anderen Module benutzt und ausgeschlachtet habe. Viel später hätte ich die Kampagne wahrscheinlich nicht mehr angefangen…

    Wenn ich allerdings alles aus Aventurien oder den Realms ignoriere, was mich stört, dann enttäusche ich alle Spieler, die sich ja genau deshalb an den Tisch setzen, weil sie in der Welt von Helme Haffax, Drizzt (oder eben Annakin und seinen Midichlorians) spielen wollen. Die fragen dann zu Recht, warum ich nicht gleich ein eigenes Setting nehme.

  8. Argamae schreibt:

    Gut, das leuchtet ein mir grundlegend ein. Aber ich glaube, es fände sich (bis auf Aventurien, möglicherweise) in allen Settings ausreichend Platz für die Nische oder weißen Flecken, die man benötigt – und muss dafür nicht gleich elementaren Kanon über Bord werfen. Ich empfand keines der beiden Settings als übermäßig einengend. Oder ich habe einfach nie die Spieler gehabt, die nun unbedingt Anakin Skywalker ohrfeigen oder Drizzt seinen schwarzen Elfenhinter strammziehen möchten. ;)

  9. Pingback: Best of #RPGaDAY2015 – Klaues Lieblingsantworten 2/3 | Greifenklaue's Blog

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