#RPGaDAY2015 – Frage 2 – Geomorphic Beermats

2. August: Welches über Kickstarter finanzierte Spiel bist du am glücklichsten, unterstützt zu haben?

(Meine Güte, diese Fragen sind ja bekloppt zu übersetzen…)

Die zweite Frage lautet: Kickstarted game most pleased you backed?

Ok, ich weiß nicht, ob das als „game“ zählt, aber der Geomorphic Beermat Kickstarter war etwas, bei dem ich nicht nein sagen konnte.

Die 6 £ waren es wert… und etwa eine Woche später waren die Dinger da.

Auf Tanelorn läuft ja gerade eine Diskussion darüber, ob Kickstarter (oder besser das ganze Modell Crowdfunding) ein TTIP für die Kleinen sei.

Dieser Beitrag ist eine gute Gelegenheit, einige grundsätzliche Gedanken zum Thema Crowdfunding zu äußern.

Ich finde Crowdfunding im Prinzip großartig! Die Möglichkeit, Projekte und Ideen mikrofinanziert zu bekommen, die sonst nicht umsetzbar wären – fantastisch.

Wobei in meiner Brust durchaus zwei Herzen schlagen: Projekte, die von etablierten Verlagen am Einzelhandel vorbei lanciert werden, bereiten mir auch Kummer. Ich bin altmodisch – für mich ist der „korrekte“ Absatzweg immer noch über den Rollenspielhandel – nicht Amazon, nicht den Verlag, nicht eBay-Wohnzimmerhändler.

Ich kann verstehen, dass große Verlage Crowdfunding als Marketingmaschine einsetzen. Die Möglichkeit, die Kunden unter Druck zu setzen (kauf jetzt oder nie – das Produkt ist in dieser Form nur in diesen vier Wochen bestellbar!), ist verlockend. Das Geld ist sicher – und fließt auch noch als Vorkasse!
Als Händler würde ich mir die Haare raufen, weil der Verlag unter meinen Kunden „wildert“ und von mir erwartet, die reguläre Ausgabe des Produktes und die komplette Folgelinie (die sich traditionell schwächer verkauft als das Regelwerk) danach brav im Regal vorzuhalten, damit die Reihe am Leben gehalten wird…

Und dann die Möglichkeit für die Kreativen, ihre Wolkenkuckucksheime selbst umzusetzen, statt Verlage von der Wirtschaftlichkeit überzeugen zu müssen.
Hier wird bisweilen auch die große Industrie eines Besseren belehrt: Als Koji Igarashi, der Kopf hinter Castlevania, einen weiteren Sidecroller machen wollte, hat man ihm nur gesagt, dass das Genre tot sei. Also hat er seine Idee selbst verwirklicht und sein Kickstarter wurde innerhalb eines Tages nicht nur gefunded (500.000 Dollar), sondern hat auch alle bis dahin angekündigten Stretchgoals hinter sich gelassen! Am Ende kam das Projekt auf 5,5 Mio Dollar… klingt mir nicht nach einem toten Genre – oder Markt.

Hier zeigt sich allerdings auch gleich ein Dilemma des Crowdfundings – ein großer Name hat weniger Probleme, seine schon vorhandene Fanbase zu aktivieren, wie man auch an Monte Cook sieht. Wenn Klaus Müller hingegen sein revolutionäres Rollenspielprojekt umsetzen möchte, ist die Chance, dass er unsichtbar bleibt, sehr groß. Und gerade für Klaus Müller scheint mir die Idee des Crowdfundings geschaffen zu sein…

Was mir Crowdfunding auch aufgezeigt hat, ist, wie schleppend sich die Verwaltung der „wahren Welt“ auf die rasanten Neuerungen aus dem „Neuland“ einstellt. Wer jemals einen physischen Reward einführen und deshalb ein Gepräch mit deutschen Zollbeamten über den Warenwert führen musste, wird ahnen, wovon ich spreche…

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