Encounter Magazin

Die Wiederbelebung des Dragon+ hat mich zum Grübeln gebracht, wann ich eigentlich zuletzt ein gutes (D&D-)Magazin gelesen habe. Eigentlich würde ich gerne mal wieder einen Dragon lesen, aber tatsächlich habe ich das Blatt seit 3e-Zeiten als Papierverschwendung angesehen, wie auch das Schwestermagazin Dungeon.

Woran lag das? War ich gesättigt? Nein, denn lange nach der Einstellung der Paizo-Magazine und der 4e-Digitalisierung durch WotC selbst bin ich über ein Online-Magazin gestolpert, das alles hatte, was die guten Ausgaben von Dungeon und Dragon ausmachte. Und für dieses Magazin hätte ich ein Abo abgeschlossen – allein, ich durfte nicht, denn es war kostenlos!

              Encounter – A fanzine dedicated to the Classic D&D game! erschien von März 2010 bis März 2011, alle 3 Monate, sehr pünktlich und verlässlich. Dann wurde es plötzlich sehr still, was mich betrübte. Encounter war ein Kleinod.

Es hatte mit nur 28 Seiten einen überschaubaren Umfang, aber diese 28 Seiten hatten es wirklich in sich. Sie waren sozusagen genau der Textanteil, den man früher aus einer Ausgabe DragonWhite Dwarf oder Imagine verwenden konnte, ohne die Füllsel, die man häufig überblätterte.

enc1Encounter war von der ersten Ausgabe an nach einem Rezept zusammengestellt, das Heft suchte nie (wie viele andere Magazine) nach seinem Weg, es war komplett rund. Ein Editorial, eine Rezension, ein Hinweis auf 6 bemerkenswerte OSR-Produkte, ein Artikel (mittelalterliche Justiz, Schlachtfelder, die Stadt Caedessa, Der Dunkle Kristall als Setting), ein Abenteuer (das mich mich stets im besten Sinn an den Dungeon zu Zeiten der Second Edition erinnerte), ein oder zwei Spielzeuge für den DM (Parasiten, 45 neue Gifte, Macken für NSCs) und für Spieler (ein neuer Zauber, Monster-Fallen, lateinische Zaubernamen, negative Eigenschaften à la DSA2, neue Charakterklassen) und zum Abschluss eine Sammlung von Zitaten aus der Blogosphäre jener Tage. Letzteres ist das einzige, das heute nicht mehr bedeutsam ist, weil der Zeitbezug fehlt (und noch nicht genug Zeit vergangen ist, dass es wieder interessant ist, wie etwa Leserbriefe oder Rezensionen aus den Achtzigern).

enc2enc3Encounter hatte aber noch etwas: Stil. Das Layout war grandios, ein Vorbild an Klarheit und Lesbarkeit, wenn – ja, wenn es bloß als Print-Magazin erschienen wäre! Denn das Layout war als Doppelseite angelegt, was als PDF einfach nicht mehr funktioniert. (Das könnte mich an Dragon+ noch interessieren – wie ist eigentlich die Haptik, die Nutzbarkeit? Wie findet man sich in einem App-Magazin zurecht?)

Aber was rede ich so viel – die Hefte sind ja noch zu haben.

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3 Antworten zu Encounter Magazin

  1. Daniel schreibt:

    Danke! Kannte ich noch gar nicht :-]

  2. tagschatten schreibt:

    Oho. Was für ein Schätzchen tut sich da auf.

  3. Pingback: Old School Fanzines | MONDBUCHSTABEN

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