Range Strip statt Battlemap – Variante

BlogKarneval300In diesem Monat heißt (fast muss man sagen „hieß“, so spät wie ich dran bin…) das Thema des Rollenspiel-Karnevals „Battlemap-Alternativen für Battlemap-Muffel„. Es ist eigentlich schon alles gesagt worden, aber Klaus‘ Beitrag „Range Strip statt Battlemap“ hat mich an etwas erinnert, das ich vor einiger Zeit gesehen habe. Darum dies nur als Ergänzung/Nachtrag.

Range Strips / Entfernungsbänder gehören spätestens seit Traveller zum Fundus der Rollenspielwerkzeuge. Sonderlich populär waren sie allerdings nie, vermutlich weil in den realismusbewegten Achtzigern ein genauer Kästchen-Raumplan mit Mobiliar das Vorstellungsvermögen besser bediente und auch mehr dazu einlud, mit der Umgebung zu interagieren.

Story Games, die alles etwas anders machen, bringen uns Entfernungsbänder (Klaus erwähnte Agon und 3:16 Carnage among the Stars) und auch andere grobmaschige Methoden der Battlemaps (Blechpirat nennt die FATE-Zonen) ins Gedächtnis zurück.

Eine besonders schöne Variante des Agon-artigen Entfernungsbandes bietet das Einsteiger-Rollenspiel Ancient Odysseys – Treasure Awaits! Hier werden die reinen Entfernungen noch durch einen seitlichen Balken ergänzt, der schleichende Figuren fassen kann. Somit wird es auch möglich, das Kampfgeschehen zu umgehen, einem Gegner in den Rücken oder in die Seite zu fallen.

odyssey-conflict map

In Treasure Awaits! ist ein ganzer Raum eine abstrakte Zone, und Raum(grenzen) werden als „Thresholds“ verstanden.

odyssey-thresholdsDas System zeigt noch eine Auffälligkeit:

Die geduldete (oder erwünschte) Ungenauigkeit ist nicht nur im Kleinen vorhanden. Systeme, denen nicht an einer genauen Simulation des Geschehens innerhalb eines Raumes gelegen ist, legen auch keinen Wert auf sonstige Verlies-Architektur. Ein Treasure Awaits!!-Dungeon besteht folgerichtig aus einer Ansammlung von quadratischen Raum-Templates, die durch Korridore miteinander verbunden werden.

odyssey-dungeon mapEin Spielleiter bekommt im Regelheft einen kleinem Katalog aus vorbereiteten Icons geliefert:

odyssey-symbolsInteressant ist, dass dieses Set-Up auf der anderen Seite des Globus‘ parallel erfunden wurde. Auch das japanische Fantasy-Rollenspiel Meikyuu Kingdom!! setzt auf eine stark formelhafte Verliesplanung:

meikyuu-mapMeikyuu-Dungeons sind maximal 3×3 „Räume“ groß (wobei die „Räume“ weder maßstabsgerecht noch an den korrekten Positionen eingezeichnet sein müssen), die an den gestrichelten Linien mit Korridoren, Eisenbahntunneln, mystischen Portalen oder wasauchimmer verbunden sein können. Das Regelbuch enthält einen sehr umfangreichen Symbol-Satz, mit dem die Gefahren der Räume mit Piktogrammen zusammengefasst werden können. Da kann man (gutes Gedächtnis verausgesetzt) auf einen Blick sehen, welche Monstren wo lauern, welche Schätze es zu finden gibt, welche Passagen fallengespickt sind, usw.

Und auch Meikyuu Kingdom!! setzt auf die Range Strips (womit sich der Kreis dieses Beitrags schließt):

meikyuu-battlefield

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2 Antworten zu Range Strip statt Battlemap – Variante

  1. Pingback: [Karneval der Rollenspiel-Blogs] Das letzte Wort zu Battlemap-Alternativen? - Ansichtssache Karneval der Rollenspielblogs Rollenspiel - Karneval der Rollenspielblogs - Zornhau schreibt …

  2. Pingback: Cynical Pop Dungeon Fantasy: Meikyuu Kingdom!! kommt auf Englisch | MONDBUCHSTABEN

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