Rollenspiel ohne Dumpstat

TWERPS.

Dies ist ein Beitrag zum Karneval der Rollenspielblogs: Dumpstat.

Ok, im Ernst.

Natürlich war Charisma in (A)D&D das erste Dumpstat, das ich wahrnahm, denn auch wir spielten nicht mit Mietlingen. Es setzte sich fort über Fellowship in Warhammer FRP bis hin zu persönliche Ausstrahlung und Aussehen in Midgard, das gefühlt gleich zwei Dumpstats hatte. (In einer Midgard-Kampagne war ausgerechnet der Priester mit einer unterirdisch schlechten pA oder Au von 08 – weiß nicht mehr welches – der Diplomat der Gruppe, einfach weil der Spieler von allen am Tisch am wortgewandtesten war und mit allen NSCs verhandelte. Da hat jeder, mich eingeschlossen, die Spielwerte schlicht vergessen.)

Gewurmt hat mich das trotzdem immer ein wenig. Darum habe ich in meinem Heartbreaker In Memoriam Charisma zu dem Wert gemacht, der die Anzahl der tiefen, positiven Beziehungen (im Sinne von Ressourcen – spielwerte Kontakte) begrenzte.

InMem_Booklet

In dem Astrópía-Rollenspiel habe ich Dumpstats umgangen, indem ich einfach die Zahl der positiven Stats beschränkte. Aus einem Fundus von 7 Attributen (die ich „Talente“ genannt habe, was ich heute gerne rückgängig machen würde) konnte sich jeder Spieler nur 3 aussuchen, auf die er 6 Punkte verteilen durfte. Alle übrigen Attribute hatten automatisch den Wert 0. Darunter war sicherlich auch der eine Wert, der für das aktuelle Charakterkonzept ein „Dumpstat“ war (z.B. Zaubertalent für einen Ritter).

Ein Dumpstat ist ein Attribut, auf das ein Spieler guten Gewissens seinen schlechtesten Würfelwurf oder Spielwert (bei einem Punktekaufsystem) verteilen kann, weil er weiß, dass er es im Spiel sowieso nicht benötigt. In Astrópiá hatte der Spieler einfach weniger Punkte zur Verfügung, um alle potenziell nützlichen Attribute mit Werten zu bedenken. Da wurde zwangsweise ein nützliches Attribut zu einem Dumpstat, nämlich das, von dem man glaubte oder hoffte, dass man es seltener benötigen würde. Aber trotzdem wurde ein Waldläufer im späteren Verlauf gezwungen, eine überlebensentscheidende Gewandtheitsprobe abzulegen.

Zwei typische Astrópía-Charaktere sahen so aus:

Waldläufer
Stärke+2, Konstitution+2, Wahrnehmung +2
Fertigkeiten: Klettern, Springen, Ausdauer, Robust, Spurenlesen, Milieu (Natur)
(+ Waffen, Rüstung, Ausrüstung, usw.)

Magier
Zaubertalent +3, Intelligenz +2, Wahrnehmung+1
Fertigkeiten: Weiße Magie (alle Formeln), Grüne Magie (alle Formeln), Blaue Magie (alle Formeln), Sprache (Arcanum), 6. Sinn (Magie)
(+ Waffen, Rüstung, Ausrüstung, usw.)

(Zur Erklärung: Die Fertigkeiten leiten sich von den Attributen ab.)

Da man durch die Beschränkung schon „Opfer“ bringen musste, nahm man den einen „echten“ Dumpstat (Zaubertalent für den Waldläufer) gar nicht mehr wahr, zumal er auf dem Charakterbogen gar nicht auftauchte.

 

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Eine Antwort zu Rollenspiel ohne Dumpstat

  1. Marcus Schröder schreibt:

    Ich finde die Idee, mit drei Attributen (Talenten) auf die man sich beschränkt toll. Bei Silhouette von DP9 war es mir auch lieber, die Spieler wählen eine normale Verteilung, statt ein Dumpstat ins Bodenlose zu treiben. Aber was hat dich damals zu dem Minifeld für Abenteuernotizen verleitet?

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