Pathfinder Intro Set

Lange Zeit waren sie eine vernachlässigte Produktart – Rollenspiele für Einsteiger. Ich weiß gar nicht, wie oft ich gelesen habe (besonders in Internetforen, auf beiden Seiten des Atlantiks), dass der Markt dringend ein Produkt „wie die Rote Box“ bräuchte, und dass der Markt und die Szene zum Untergang (oder wenigstens langsamen Dahinsiechen) verdammt wäre, wenn es nicht bald käme.

Was auch immer dafür gesorgt hat, dass die Verlage nach langen Jahren des Taubstellens aufgewacht sind – im Moment scheint es kaum etwas anderes zu geben als Einsteigerspiele (oder Einsteigerversionen existierender Spiele). Den Auftakt hat Green Ronin mit der Dragon Age Box gemacht – ein Spiel, das verhältnismäßig gelungen war, um das es aber schon wieder verdächtig still geworden ist. Old-School-Verlag Brave Halfling brachte mit Swords & Wizardry WhiteBox eine Interpretation des Ur-D&D im klassischen Boxenformat heraus. Precis Intermedia hat mit Ancient Odysseys: Treasure Awaits! eine un-D&D-ige, aber nichtsdestoweniger klassische Einsteigerbox veröffentlicht. Der Kleinverleger Raggi zeigte mit Lamentations of the Flame Princess derweil, wie man eine Einsteigerbox richtig macht. Der Marktführer Dungeons & Dragons selbst folgte mit einer nekromantischen Schimäre, der wiedergeborenen Red Box, komplett mit nostalgischem Artwork.

Und jetzt kündigt auch Paizo an, eine Einsteigerbox für Pathfinder vorlegen zu wollen. Im Paizo-Forum werden Anregungen aus der Spielerschaft gesammelt, wie das Produkt beschaffen sein soll.

All diesen Spielen ist gemein, dass sie sich mehr oder weniger offensichtlich an dem Vorbild orientieren, das der Urvater der Rollenspiele definiert hat. Dass man sich bei dieser Art Produkt nicht unbedingt an D&D orientieren muss, zeigt Thomas Denmark, der seit Jahren dabei ist, ein Einsteigerrollenspiel auf der Basis seines Kartenspieles Dungeoneer zu konstruieren – und der nun leider von allen Verlagen links und rechts überholt wurde!

Und all diesen Spielen ist ferner gemein, dass sie nur in englischer Sprache vorliegen, und demnach dem deutschen Markt kein Stück helfen. (Obwohl man annehmen könnte, dass zu Pathfinder alsbald eine deutsche Ausgabe folgen würde.)
Aber auch in Deutschland hat man den Ruf vernommen. Pegasus veröffentlicht dieser Tage das Einsteiger-Rollen-Brettspiel Quest.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch Das Schwarze Auge

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6 Antworten zu Pathfinder Intro Set

  1. Marcus schreibt:

    Begrüßen würde ich es auf jeden Fall, wenn das größte deutsche Rollenspiel sich wieder einsteigerfreundlicher gestalten würde. Ich bin zwar kein besonderer Freund von DSA, aber für das Hobby in Deutschland wäre es sicher begrüßenswert.
    Ich bin aber nicht sicher, inwieweit eine solche Box für DSA realistisch ist. Man scheint mit dem Basisbuch doch eigentlich ganz zufrieden zu sein, hatte ich zumindest den Eindruck. Das Problem: Einsteigerfreundlich finde ich persönlich es nicht gerade…

    Auf jeden Fall drücke ich die Daumen, dass die Pathfinder-Box dann auch auf Deutsch erscheinen wird! D&D Essentials auf Deutsch ist ja vermutlich utopisches Wunschdenken… :)

    Gruß, Marcus

  2. Alex Schroeder schreibt:

    Danke für den Hinweis. Habe meinen Senf auch mal reingeschrieben, auch wenn es jetzt schon so aussieht als ob in alle Richtungen gleichzeitig gezogen wird.

  3. Cyric schreibt:

    Ich denke nicht, dass „Lamentations of the Flame Princess“ es richtig macht. 50€ für ein Einstiegs-Set – egal, wie üppig ausgestattet – dürfte die wenigsten animieren, so eine Box einfach mal zu kaufen.

    Die Essentialsbox ist jedenfalls nicht teurer als eine CD, wo ein gelegentlicher Fehlgriff ja auch in Kauf genommen wird.

  4. Mondbuchstaben schreibt:

    Cyric, ich bin selbst unentschlossen, was das ideale Preisniveau eines Einsteigerspieles angeht.

    Im konkreten Fall von LotFP gebe ich dir Recht, dass Raggi nicht alles richtig gemacht hat. Das Fazit meiner immer noch nicht ins Reine geschriebenen Rezension ist auch, dass LotFP gar kein echtes Einsteigerspiel ist, sondern „nur“ eine Studie eines solchen; ein Modell, an dem sich Verlage mit tieferen Taschen und besseren Vertriebsmöglichkeiten orientieren könnten.

    An dem Preis von 50 € kann ich allein noch kein Fehl finden. Warhammer und 40K demonstrieren ja anschaulich, dass der Einstieg in ein fantastisches Hobby ruhig etwas kosten darf – sehr zur Unbill aller Eltern und Großeltern. Und bei diesen Spielen unternimmt der Verlag nicht einmal kosmetische Anstrengungen, die martialische Grafik oder das Thema „Eltern-tauglich“ zu gestalten (was die ganze Weichspülerei der AD&D-Second-Edition-Ära noch mal in einem anderen Licht erscheinen lässt).
    Wenn ein Einsteigerrollenspiel auch etwas sichtbares bietet, darf es wahrscheinlich auch etwas mehr kosten.

    Was nicht sein darf, ist die alte (A)D&D1/2/3e/4e-Praxis, nach der man über 100 $ ausgeben muss und dafür lediglich gefühlte 1000 Seiten bedruckten Papiers bekommt (obwohl es zwischendurch auch mal ein oder zwei halbherzige, aber trotzdem relativ vernünftige AD&D-Einstiegerboxen gab).

  5. Marcus schreibt:

    Was die preisliche Vorstellung angeht stimme ich Cyric vollkommen zu. Ich halte die D&D Essentials Box als solche für genau richtig teuer, um damit einzusteigen.
    Ich finde auch die Tatsache sehr, sehr sinnvoll, dass bereits genug Charakterbögen und Tokens sowie ein Satz Würfel enthalten sind. Die Grundlage, um wirklich losspielen zu können, ohne lästige Zusatzinvestitionen!
    Was man hätte besser machen können… die Integration einer echten Charaktererschaffung und einer weiteren Stufe (dann 1-3), damit der Langzeitnutzen höher ist!

    Gruß, Marcus

  6. greifenklaue schreibt:

    Ich glaube, ein Einsteigerset würde gut in Deutschland kommen und auch von uns recht schnell übersetzt werden. darüberhinaus sind auch die Fans vom Blog Golarions Chronsisten an etwas dran, was zum Einstieg sein soll. Ich bin gespannt!

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