Das Gesicht von DSA

Gestern habe ich geschrieben, dass meine typischen DSA-Erinnerungen diese beiden Cover seien:

Das ist nur insofern richtig, als es die beiden Titelbilder sind, die ich mit DSA in Verbindung bringe.

Das Bild, das ich unwillkürlich vor das geistige Auge bekomme, wenn jemand die drei Buchstaben DSA nennt, ist jedoch dieses:

Diese „old-schooligen“ Schwarz-Weiß-Illustrationen von Bryan Talbot lagen zum Erscheinungstermin von DSA genau in dem „britischen“ Trend, der dank der FantasyAbenteuerSpielBücher en vogue war (zum Beispiel Russ Nicholson im Hexenmeister vom Flammenden Berg).

Die Situation ist wunderbar abenteuerlich und das gezackte Röckchen des Elfen hatte immer noch diese DSA-typische Niedlichkeit. Tatsächlich habe ich das Versprechen auf Kämpfe in Drachenhöhlen (oder ähnlich abenteuerliche Situationen) in kaum einem DSA-Abenteuer, das ich später las, eingelöst gesehen; aber ich bin zugegebenermaßen auch vor den aventurienerschütternden Ereignissen als Käufer/Sammler/Leser ausgestiegen…

Bryan Talbot hat sich nach der DSA-Episode weiter als Comic-Zeichner einen Namen gemacht, hat Judge Dredd, Batman, Neil Gaimans Sandman und die Graphic Novels um The Adventures of Luther Arkwright (aus denen sogar ein Rollenspiel wurde, und später fast ein weiteres d20-System bei Hogshead) gezeichnet. Sein bedeutsamstes Werk ist jedoch The Tale of One Bad Rat – der in amerikanischen Büchereien am zweithäufigsten nachgefragte Comic, nur übertroffen von Art Spiegelmans Maus.
Dieses mutmachende Drama um Kindesmissbrauch und Selbstfindung spielt im idyllischen Lake District und wandelt nebenbei auf den Pfaden der englischen Kinderbuchautorin Beatrix Potter (The Tale of Peter Rabbit, The Tale of Two Bad Mice).
Harter Tobak, aber unbedingte Leseempfehlung!
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11 Antworten zu Das Gesicht von DSA

  1. infernalteddy schreibt:

    Das schlimme ist, ich glaube das Bild habe ich damals auch in irgend einem britischen Spielbuch gesehen…

  2. Alex Schroeder schreibt:

    Wow, das Elfenschützenbild! Klar doch! Ich hatte es ganz vergessen, aber deswegen wollte ich immer Bogenschützen spielen, die Goldmünzen treffen können und deswegen den Feinden ins Auge schießen können. :)

  3. Mondbuchstaben schreibt:

    Genau!

    sehr klein: Silbertaler, Drachenauge, Maus, Schlange, Fasan, Wildkatze u.ä.“

  4. Frau Staenki schreibt:

    Ja, hatte ein Mitspieler meiner DSA-Gruppe (vor meiner Zeit) auch mal getan:
    Spieler (nennen wir ihn mal Joe): „Ich spiele mal einen Elfen, so mit Bogen …“
    Spielleiter (DF): „NUR mit Bogen? …. Ok!
    Es kam die erste Begegnung, Schuß … 6 Runden nachladen … Schuß … TOT!

  5. Asuryan schreibt:

    Es gab da noch dieses Bild (auch von Talbot glaube ich), wo die Abenteurer mit einem Würfelbecher und nem W20 am Tisch würfeln. Das war wenn ich recht überlege mein prägendes Bild von DSA.
    Ansonsten haben es mir ja die Yüce-Cover angetan (die meist viel mehr versprachen, als es das Abenteuer dann her gab).

  6. Marcus schreibt:

    Das Cover von „Unter dem Nordlicht“ ist nicht so mein Ding, auch wenn die Hexe nett ist ;-) Das „Abenteuer Ausbau-Spiel“ hat aber definitiv was!

    Gruß, Marcus

  7. Alex Schröder schreibt:

    Ich denke meistens an das erste Buch, also vor dem Ausbauset, weil ich selbiges nicht cool fand. Geweihte? Baaah! Aber mehr als so ein brauner Kreis und ein paar Köpfe fallen mir nicht ein, deswegen hat mich das Bild des Elfenschützen auch viel mehr getroffen. Ansonsten denke ich ab und zu auch an mein erstes Abenteuer: Der Wald ohne Wiederkehr. Das hat klein Alex damals mal geleitet für Mama und ihre Freunde, so war das! :)

  8. Mondbuchstaben schreibt:

    Das erste Buch vor dem Ausbauset ist auch das DSA-Regelwerk, das ich am häufigsten gelesen habe. Über die Geweihten habe ich mich gleichermaßen gewundert wie geärgert. Die kamen mir schon bei D&D wie Fremdkörper vor – ich kannte diesen Figurentypus aus den Werken Tolkiens, Leibers, McKillips, Eddisons, Beagles, Donaldsons und wie sie alle hießen gar nicht. Erst in den Romanen, die bewusst auf Spielewelten aufsetzten (Feists Midkemia war der erste, bei dem mir das aufgefallen war), gab es plötzlich den Kleriker als ganz selbstständigen Fantasyhelden.

    Ich fand, dass DSA hier zu sehr amerikanischen Vorbildern nacheiferte. „Priester gibt es nunmal in D&D/RQ/Palladium etc.“ Das Aventurien, das in der Basisbox skizziert wurde, wäre auch ohne sie ausgekommen.

  9. Mondbuchstaben schreibt:

    Es gab da noch dieses Bild (auch von Talbot glaube ich), wo die Abenteurer mit einem Würfelbecher und nem W20 am Tisch würfeln.

    Das war auch von Talbot, ja. Das wollte ich hier eigentlich auch zeigen, denn es war ein Motiv, das andere Medien (SpielBox? Spiegel?) gerne zeigten, wenn sie über das neue Phänomen der Rollenspiele berichteten. Damit wurde es durchaus zu einem fest mit DSA verbundenen Motiv.

    Aber es war eine Doppelseite und ich konnte es nicht in einem Rutsch scannen, also ließ ich es…

    Sehr witzig fand ich immer, wie dieses Motiv in dem Cover von Die Magie des Schwarzen Auges (DSA II) zitiert wurde. mit dem glühenden W20 als Kristallkugel:
    Die Magie des Schwarzen Auges

  10. Maelstorm schreibt:

    Hallo Dirk,
    Hallo liebe Mitleser,

    ich fürchte man könnte mich als DSA-Spätentdecker bezeichnen. Obwohl meine Rollenspiel-Karriere bereits seit 1993 zurückreicht, habe ich DSA kaum eines Blickes gewürdigt. Erschien mir zu lahm (hey, ich hatte kurz vorher die Neuromancer-Trilogie gelesen und war Cyperpunk süchtig) und als man mir von drei Würfelproben für einen „Skill-Check“ erzählte, war der Ofen ganz aus. Jedoch mit Erscheinen der 4. Edition – und der vorigen massiven Berichterstattung in den entsprechenden Rollenspielmedien, die einige wesentliche Verbesserungen versprachen – kaufte ich mir tatsächlich die Grundbox. Das Cover der Box… ja nett, aber verbinde ich nicht mit DSA. Als ich jedoch in die Bücher reinlas und mir vornahm meinen ersten DSA-Schritt mit einer Charaktererschaffung zu tun, fiel mir „MEIN DSA-Bild ins Auge“. Das Bild des garethischen Krieger-Archetypen http://www.helden.de/z03/gfx/dsa45.gif . Ich weiß nicht wieso, aber das Bild hat mich echt gefesselt, so stelle ich mir ziemlich genau meine Krieger/Ritter vor. Und DSA hat mich als erster damit „beschenkt“ ein Bild aus meiner Phantasie zu malen und zu veröffentlichen.
    Für manche nur ein Archetypen-Bild, für mich DSA.

  11. Zeitzeugin schreibt:

    Lustig, genau darüber (alte DSA-Zeichnungen und welche Bilder ich besonders mit DSA verbinde) habe ich heute auch nachgedacht, als ich beim Aufräumen einen alten Abenteuerband in den Händen hielt.
    Ich finde diese alten Zeichnungen ja toll. Erinnert mich natürlich auch an meine Anfänge Mitte der 90er.
    Dass der W20 manchmal in die Zeichnungen reingeschmuggelt wurde finde ich ja großartig*g*

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