Rollenspiel auf der Connichi

Am vergangenen Wochenende hat die zweite große Anime-Convention Deutschlands stattgefunden, die Connichi in Kassel.

Wie schon zur AnimagiC habe ich mir das Angebot unter dem Aspekt des Rollenspiels angesehen. Um es kurz zu machen: Auf der AnimagiC ist das Rollenspielangebot größer und vielseitiger, und mit der Ausrichtung auf Einsteiger auch interessanter. Das hat meines Erachtens nach vor allem einen Grund: in Kassel wird der Rollenspielbereich aus reiner Platznot sehr stiefmütterlich behandelt.

Die Stadthalle Kassel platzt in jedem Jahr erneut aus allen Nähten. Es gibt nicht genug abgeschlossene Räume, um alle gewünschten Programmpunkte unterzubringen. In diesem Jahr war die Lage noch erschwert, weil ein Teil des Gebäudes abgerissen wurde. Der Hinterhof war eine einzige Baustelle, wovon man als Besucher angenehmerweise überhaupt nichts mitbekommen hat. Im nächsten Jahr wird dafür ein neuer Anbau für den dringend nötigen zusätzlichen Raum sorgen. Und dann sollen auch die Rollenspieler aus dem lauten hinteren Foyer, in dem es haufenweise Durchgangsverkehr gibt, in einen richtigen Raum umziehen dürfen. Und dann werden sie räumlich sogar der AnimagiC voraus sein, wo die Rollenspieler nur einen mit Stellwänden abgetrennten Bereich haben.

Was mich an der Connichi schon immer etwas gewundert hat, ist die große Brettspielhalle. Die war bislang immer im – jetzt abgerissenen – Nordfoyer in einer Glashalle untergebracht. Diesmal wurde sie in die hinterste Ecke des Baus verbannt, die ehemalige „Chillout-Zone“.

An mehr als 15 Spieltischen konnten Trading Card Games (Soul Calibur III, Street Figther), Brettspiele mit japanoiden Themen (Z-Man Games‘ Wasabi oder das Shogi-inspirierte Miniaturen-Brettspiel Navia Drapt) und Battletech-Einführungsrunden gespielt werden.

Und Rollenspiele?

Wie gesagt, der Bereich war klein – zwei Tische in einem zugigen, suboptimal ausgeleuchteten Flur. Angeboten wurden die Systeme Welt der Dunkelheit, 7th Sea, Paranoia, InSpectres … und das sehr zielgruppenkompatible Maid (das ich übrigens hier zum ersten Mal auf einer Anime-Convention gesehen habe).

Wenn es darüber hinaus noch andere Systeme gab, habe ich sie nicht mitbekommen; einen Spielrundenaushang habe ich auch nicht gesehen. Es würde mich aber sehr wundern, wenn es nicht auch Shadowrun– und D&D3-Spielrunden gab, die sind in den vergangenen Jahren hier Standards gewesen.

Ich bin extrem gespannt, wie sich der Rollenspielbereich im Jahr 2011 mausert.

Die Zeichen sind jedenfalls günstig – diese Connichi war trotz des für die Orga immensen Baustresses und ungünstiger Rahmenbedingungen die am besten organisierte Anime-Convention, die ich in den letzten 5 Jahren erlebt habe. (Und das will was heißen, denn der organisatorische Standard ist in dieser Szene sehr hoch.)

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Aber vielleicht ist mein Eindruck auch rosig gefärbt, denn wir waren mit dem Ehrengast, der extrem charmanten japanischen Sängerin Olivia (deren Stil als „gothic tunes and dreamy rock“ beschrieben wird), Essen…
Manchmal liebe ich diesen Job!
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3 Antworten zu Rollenspiel auf der Connichi

  1. Mondbuchstaben schreibt:

    Und was soll ich sagen – jetzt bedaure ich es sehr, dass es die Animeserie NANA nicht auf Deutsch gibt…

  2. Frau Staenki schreibt:

    Erstaunlich hörbar, diese Olivia – ich hätte da anderes erwartet …

  3. Mondbuchstaben schreibt:

    Ja, nicht wahr? Kann aber daran liegen, weil Olivia Lufkin Halb-Amerikanerin ist und (wie sie auf dem Q&A auf der Connichi auf eine Publikumsfrage antwortete) nicht mit Animes, sondern Saturday Morning Cartoons aufgewachsen ist…

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