R&R: Baeringer (Werbär)

Passend zum Beitrag von gestern:

Rüstungsklasse: 2 [17]
Trefferwürfel: 7+3
Angriffe: 2 Klauen (1W3), 1 Biss (2W4)
Rettungswurf: 9
Besonderheiten: Fluch der Lycanthropie
Bewegung: 9
Gefahrenstufe/EP: 8/800

Werbären sind vor allem in gemäßigten Waldregionen zu finden. In der Nähe des Finsterwaldes gibt es einen Menschenschlag, der fast völlig aus Werbären besteht. Sie nennen sich Baeringer und tragen ihr Los mit Ehre, indem sie sich weitgehend von gesunden Menschen fernhalten. Sie kämpfen auf der Seite der Freien Völker gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Text dieses Artikels ist Open Content unter der OGL.

Veröffentlicht unter Monster, OGL, Regeln | Hinterlasse einen Kommentar

D&D Film 4

 

Ok, man mag Peter Jackson vorwerfen, dass er sich aus dem Hobbit und den HdR-Anhängen die Rosinen herauspickt (und je nachdem, wen man fragt, neu interpretiert oder verfäschlt), die einen bildgewaltigen, actionlastigen Hollywood-Blockbuster ausmachen, aber mal ehrlich, sieht das nicht wie ein perfekter Dungeons-&-Dragons-Film aus?

Da ist doch alles drin, was “man” mit Old-School-D&D verbindet:

  • eine Schatzkarte
  • eine gefahrvolle Überlandreise zu dem verborgenen Schatzhort
  • hinderliche Begegnungen
  • Goblins, Goblins, Goblins
  • Verliese (und Städte) mit “Fraktionen”, die man mehr durch Diplomatie als durch Hack-and-Slay bezwingt
  • unfreiwilliger Slapstick (die Flucht in Fässern)
  • Charaktere, die auf einer steinernen Statue herumklettern (gleich am Anfang des Trailers)
  • eine Geheimtür, die man obendrein nur über ein Rätsel finden/öffnen kann
  • und am Ende wartet ein Drache!

Und mit Bilbo ist sogar ein Hireling dabei…

Dabei ist die Story so geradlinig und klischeehaft, dass es fast schmerzt – was kein Vorwurf an den Hobbit sein soll. So ist das nun einmal, wenn man einen Trend startet, der tausendfach kopiert wird. Der Hobbit ist (mehr noch als Der Herr der Ringe) die Blaupause für ein Fantasy-Abenteuer.

Um so unverständlicher, warum die Macher der offiziellen D&D-Filme bislang so sehr versagten.

Veröffentlicht unter Film | 6 Kommentare

Ein Charakterbogen ohne Dumpstats

In den Kommentaren zum letzten Beitrag hat Marcus mich gefragt, welche Überlegungen mich bei der Gestaltung des Astrópía-Charakterbogens geleitet haben.  Vor vier Jahren habe ich das (ich glaube ganz anschaulich) schon einmal veröffentlicht. Darum mache ich hier einfach mal einen “Pundit” und veröffentliche den Beitrag (milde editiert) noch einmal.

astropiabookletcover

Das Abenteuer Fantasy Rollenspiel war ein minimalistisches Einsteigersystem, das 2009 als Booklet für die DVD-Veröffentlichung des Films Astrópía entstand (Trailer).

digi_offen

Nachdem die Regeln halbwegs standen, machte ich mich an das Design des Charakterbogens. Für die Playtests brauchte ich ein übersichtliches Word-Dokument, das aber schon den geringen Platz einer typischen Booklet-Seite berücksichtigte. (Tatsächlich war das Booklet-Format auch für das Regel-Design wie ein Korsett! Schon deshalb war gar kein Platz für Dumpstats.)

Am Anfang standen hastig hingekritzelte Skizzen, die mit dem grundsätzlichen “Look” des Bogens spielten: Kästen mit Rahmen oder Linien, freie Flächen für Notizen, usw.

sheet_1

Ich entschied mich für Kästen mit Rahmen und ohne Linien. Bei einem so kleinen Bogen hätten Linien störend gewirkt. In Word ging es dann an die grobe Seitenaufteilung.

sheet_2

Dann kamen erste grafische Verzierungen dazu.

sheet_3

Der wappenförmige Schild war eine Reminiszenz an das bei D&D übliche Feld für “Wappen oder Charakterskizze”, und die Zeichnung in der rechten Ecke meine Verbeugung vor den Charakterbögen der FantasyAbenteuerSpielBücher und des Einsamen Wolfes.

Die Word-Spielerei diente der Layouterin als Vorlage, hier im Zusammenspiel mit einer Muster-Layout-Seite aus dem Booklet.

sheet_41

Das Lila und die verspielten Ecken der Kästen kamen mir dann aber doch etwas viel vor.

Grün?

sheet_5

Grün!

Der unterste Textkasten wurde noch umbenannt in “Waffen und Rüstung” (der Spieltest hat gezeigt, dass diese Daten sichtbarer sein mussten und nicht versteckt in der Auflistung der “Ausrüstung”), aber das war es dann.

(Marcus, beantwortet das deine Frage?)

Dies ist ein Beitrag zum Karneval der Rollenspielblogs: Dumpstat.

Veröffentlicht unter Rückblick, Rollenspielphilosophie | 4 Kommentare

Rollenspiel ohne Dumpstat

TWERPS.

Dies ist ein Beitrag zum Karneval der Rollenspielblogs: Dumpstat.

Ok, im Ernst.

Natürlich war Charisma in (A)D&D das erste Dumpstat, das ich wahrnahm, denn auch wir spielten nicht mit Mietlingen. Es setzte sich fort über Fellowship in Warhammer FRP bis hin zu persönliche Ausstrahlung und Aussehen in Midgard, das gefühlt gleich zwei Dumpstats hatte. (In einer Midgard-Kampagne war ausgerechnet der Priester mit einer unterirdisch schlechten pA oder Au von 08 – weiß nicht mehr welches – der Diplomat der Gruppe, einfach weil der Spieler von allen am Tisch am wortgewandtesten war und mit allen NSCs verhandelte. Da hat jeder, mich eingeschlossen, die Spielwerte schlicht vergessen.)

Gewurmt hat mich das trotzdem immer ein wenig. Darum habe ich in meinem Heartbreaker In Memoriam Charisma zu dem Wert gemacht, der die Anzahl der tiefen, positiven Beziehungen (im Sinne von Ressourcen – spielwerte Kontakte) begrenzte.

InMem_Booklet

In dem Astrópía-Rollenspiel habe ich Dumpstats umgangen, indem ich einfach die Zahl der positiven Stats beschränkte. Aus einem Fundus von 7 Attributen (die ich “Talente” genannt habe, was ich heute gerne rückgängig machen würde) konnte sich jeder Spieler nur 3 aussuchen, auf die er 6 Punkte verteilen durfte. Alle übrigen Attribute hatten automatisch den Wert 0. Darunter war sicherlich auch der eine Wert, der für das aktuelle Charakterkonzept ein “Dumpstat” war (z.B. Zaubertalent für einen Ritter).

Ein Dumpstat ist ein Attribut, auf das ein Spieler guten Gewissens seinen schlechtesten Würfelwurf oder Spielwert (bei einem Punktekaufsystem) verteilen kann, weil er weiß, dass er es im Spiel sowieso nicht benötigt. In Astrópiá hatte der Spieler einfach weniger Punkte zur Verfügung, um alle potenziell nützlichen Attribute mit Werten zu bedenken. Da wurde zwangsweise ein nützliches Attribut zu einem Dumpstat, nämlich das, von dem man glaubte oder hoffte, dass man es seltener benötigen würde. Aber trotzdem wurde ein Waldläufer im späteren Verlauf gezwungen, eine überlebensentscheidende Gewandtheitsprobe abzulegen.

Zwei typische Astrópía-Charaktere sahen so aus:

Waldläufer
Stärke+2, Konstitution+2, Wahrnehmung +2
Fertigkeiten: Klettern, Springen, Ausdauer, Robust, Spurenlesen, Milieu (Natur)
(+ Waffen, Rüstung, Ausrüstung, usw.)

Magier
Zaubertalent +3, Intelligenz +2, Wahrnehmung+1
Fertigkeiten: Weiße Magie (alle Formeln), Grüne Magie (alle Formeln), Blaue Magie (alle Formeln), Sprache (Arcanum), 6. Sinn (Magie)
(+ Waffen, Rüstung, Ausrüstung, usw.)

(Zur Erklärung: Die Fertigkeiten leiten sich von den Attributen ab.)

Da man durch die Beschränkung schon “Opfer” bringen musste, nahm man den einen “echten” Dumpstat (Zaubertalent für den Waldläufer) gar nicht mehr wahr, zumal er auf dem Charakterbogen gar nicht auftauchte.

 

Veröffentlicht unter Rollenspielphilosophie | 1 Kommentar

R&R: Krötenschrat (Gol’lum)

gol-lumsRüstungsklasse: 5 [14]
Trefferwürfel: 2+1
Angriffe: Biss (2W4) oder Waffe
Rettungswurf: 12
Besonderheiten: überraschen Gegner bei 1–5 (bzw. 1–3, siehe unten), Unhold
Bewegung: 12
Gefahrenstufe/EP: 3/120

Die Herkunft dieser widerwärtigen, schlaksigen Wesen ist ein Rätsel. Sie scheinen kein eigenes Volk zu sein, bilden keine Stämme oder Kulturen und sind überhaupt wenig zahlreich. (Die Weisen vermuten, dass es sich bei ihnen um einzelne, in die Dunkelheit geführte Halblinge handelt…)

Krötenschrate sind zu großer Heimlichkeit fähig. Sogar extrem wachsame Gegner können sie bei einem Wurf von 1–3 auf einem W6 überraschen (alle anderen sogar bei 1–5).
Sie sind paranoid und feige. Die wenigen Exemplare, die trotzdem in die Fänge eines dunklen Herrschers gelangen, werden unterworfen und zu perfekten Spionen abgerichtet.

Krötenschrate sind von Schätzen besessen – oder was sie dafür halten. In ihren verborgenen Zufluchten horten sie Fundstücke und Besitztümer ihrer armen Opfer (Reisende, die sie auf ihren seltenen Ausflügen in die Zivilisation überfallen und fressen). Ihre Schätze enthalten gleichermaßen nutzlosem Tand wie wertvollen Schmuck (und sogar den einen oder anderen magischen Gegenstand).

Gol’lums sind Unholde und können die Nähe von Elbenmagie nicht ertragen. Wenn sie jedoch einen ausreichend starken Grund haben (einen erzwungenen Auftrag oder die Gier nach einem ganz einem ganz bestimmten Schatz), steht ihnen ein Rettungswurf gegen das Vertreiben zu.

Der Text dieses Artikels ist Open Content unter der OGL.
Das Artwork ist Closed Content und © 2010 Peter Mullen.

Dies ist ein Beitrag zum Rollenspiel-Blog-Karneval Mai: Monster.

Veröffentlicht unter Monster, OGL, Regeln | Hinterlasse einen Kommentar